Remady Internationaler Durchbruch oder Overkill!!!

Internationaler Durchbruch oder Overkill!!!

Eines muss man sagen, die Songs von Remady und Manu-L sind wohl echt in allen CH Clubs präsent. Und das auch zu Recht. Bei Marc Würgler, wie Remady mit bürgerlichem Namen heisst, spielen 3 wichtige Faktoren für den Erfolg zusammen. Zu einem sein Talent als Produzent/Soundtüftler, eine Wahnsinns- Geduld und auf der anderen Seite ein begnadeter Songwriter wie Manu-L. Manu-L der ja mit seinem Projekt Myron, bereits vor der Zusammenarbeit mit Remady, grossen Achtungserfolge in der Schweizer Musikszene vorweisen konnte. Eigentlich ist es nur noch DJ Antoine, der da mithalten kann und darf. Beide haben eines gemeinsam. Wann tritt der Overkill ein?

Blättern wir mal das Buch zurück.

Remady’s Erfolg kam nicht einfach über Nacht. Klar gehört sehr viel Glück dazu. Doch zum Erfolg gehören auch Talent und viel Arbeit. Remady ist nicht der Noten lesende Musiker. Er spielt auch kein Instrument, was ihn von anderen abheben würde. Was er aber vorweisen kann, ist das Feingespür, Sounds zu kreieren und Klänge so zu filtern, dass sie einmalig sind.

Remady und sein ehemaliger Partner Player waren in der Musikszene keine unbeschriebene Blätter. Bereits 1999 erreichte die Schweiz das 2Step Fieber. Two Step gehört neben Drum and Bass und Speed Garage zu den einzigen, wirklich britischen Stilentwicklungen der (elektronischen) populären Musik. Dieser Musikstil war vor allem in Grossbritanien sehr erfolgreich. 2 Step wurde bei uns vor allem mit den Charterfolgen von Artful Dodger, Craig David, MJ Cole und Wookie wahrgenommen. Die Schweiz stand diesem Musikstil ganz nahe. Die 2 noch unbekannten DJ’s „Player and Remady“ bescherte uns als DJ Team, mit dem Label Sweet and Sexy, die besten 2Step Sounds und das in der kleinen Schweiz. Mit der UK Garage Produktion „Groovething“ schaffte es Remady sogar, zusammen mit der Sängerin Taylene, 2001 in die Charts. Ich mag mich noch gut an diesen Track und die Musik erinnern. Was mir vor allem auch blieb, war die unverkennbare Soulstimme von Taylene, mit der ich in den kommenden Jahren, ca. 7 Releases hatte. Auch hier hatte Remady wieder eine gute Nase!

Die unverkennbaren Sounds von Player und Remady machten 2005 auch DJ Antoine aufmerksam! Clever war Antoine als Marketingmaschine immer schon. So prägten jahrelang die Sounds von  Remady (P&R) den Erfolg von DJ Antoine mit. Man darf fast schon sagen, dass die P & R Sounds aus schweizerischer Sicht „den Electro“ eingeleitet haben. Es gab wohl die nächsten 3-4 Jahre keine Antoine CD, welche nicht von den Sounds von P & R getragen wurde. „North Electro, Hype, Rush House“ um nur ein paar zu nennen.  Diese Songs eroberten nicht nur die Schweiz Clublandschaft, sondern wurden von Mykonos, Moscow, Kiew über Polen in allen Clubs gespielt.  Eddie Thoneick meinte einmal zwar abwertend, dass er mit dieser Art von Kirmes (Rummelplatz) Musik nicht viel anfangen könne. Doch die Club und Verkaufsrekorde gaben dem Team Recht. Remady machte mehrheitlich alle Remixe und Produktionen für Antoine’s Label Houseworks. Als Team bleiben sie sicher vielen Clubgängern in guter Erinnerung. Player das extravagante, coole Partytier. Und Remady der eher stille, aber Sound erfahrene Gegenpool.

2008 trennten sich die Wege von Player & Remady. Remady arbeitete für 2 Songs mit dem begnadeten Sänger „Jon“, Gewinner der Popstars Staffel/Skandinavien. Aus deren Co Arbeit entstanden für meinen Geschmack, zwei der besten (leider nur auf Antoine s CD released) Songs in der Karriere von Remady. „Honestly“ und „the way you kiss“.

Mit „no superstar“ kam der Erfolg. Zuerst nur als ein weiterer Achtungshit für die House Szene Schweiz belächelt, bis dann aber der Durchbruch kam. Belgien, Dänemark. Frankreich. Ein Plattendeal mit dem US Label Ultra Records. Aber was uns wohl allen geblieben ist – ist der geniale Video Clip! Ich denke die Adidas Sneakers haben gerade nochmals einen 3 fachen Bonus von „street creditbility“ bekommen. Und wenn man sich mal die Klicks auf YouTube anschaut, da können einige davon träumen!

„No superstar“ war auch die Einleitung der Zusammenarbeit und Erfolgsgeschichte mit dem Sänger Manu-L. Eine unverkennbare Stimme. Ein genialer Musiker. Mit an Bord auch der Songwriter Maury Pozzi, der bereits schon die 2005 Streetparade Hymne für Tatana – „today is tomorrow“ geschrieben hatte, aber auch für die Hits von Antoine s „Broadway“ , „all we need“ oder „Ma Cherie“ seine Bestes gab.

Die Schweiz haben sie erobert. Frankreich klopfte an die Tür wo „no superstar“ einer der meist gespielten Radio Songs war. „Give me a sign“ konnte kurzfristig mit dem Erfolg mitziehen. Doch die, aus der Zusammenarbeit mit Craig David. entstandene Single „do it on my own“, wie auch die nachfolgenden Songs wie: doing it right, higher ground, hollywood ending“ konnten nicht mehr an den Erfolg von „no superstar“ anschliessen. Einzig der Überraschungshit „Single Ladies“ eroberte die Hitparade in der Schweiz.

Um aber in Europa wirklich abheben zu können, braucht es den deutschen Musikmarkt. Zwar ist Remady mit allen Produktionen auf den Kontor CD s vertreten und die ist wahrlich mit ca. 30‘000 verkauften Einheiten eine goldene Gans, was aber fehlt, ist ein Top 10 Hit in Deutschland. Mike Candys oder DJ Antoine können hier ein Lied davon singen. Der deutsche Markt öffnet Tür und Tore und das weltweit. Das Geld liegt heute in den Airplays und bei den Event DJ Gagen. Mike Candys spielte vor seinem „2012“ Hit, für ein Butterbrot. Heute, mit der Referenz von 2 Top Hits in den deutschen Charts, dürfte die Euro 10‘000 Grenze im Ausland überschritten sein. Gagentechnisch gehört das Team Remady und Manu-L zu den best bezahlten DJ s in der Schweiz. Nur der Hit blieb aus.

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Vielleicht steht dieser nun vor der Tür. Ich konnte zuerst beim Pre-Release von „holiday“ nicht ganz warm werden. Jetzt noch zig Tagen wo meine Tochter „Rose Amber“ mir den Song unter die Nase hält, muss ich wirklich sagen: „das Ding hat es in sich“. Es enthält alles, was es zu einem Sommerhit braucht. Die Melodie verfolgt einen. Die Lyrics sind einfach und überschaubar und das Sommerfeeling macht den Rest. Auf iTunes haben die Beiden einmal mehr die Dancecharts erobert und behaupten sich verdient auf dem 1ten Platz. Was es nicht unbedingt braucht sind solche Verkaufsmaschen wie: „kaufe den Track und Du bist an der Verlosung für eine Reise nach Loret de Mar dabei.“ Hmmmm denke so Ibiza oder Mykonos wären vom Budget angepasster!

Ich drücke Remady und Manu-L die Daumen, dass es jetzt klappt. DJ Bobo‘s Remake seines 90er Hits „somebody dance with me 2013“ ist leider nicht so abgehoben, wie man es erhofft hatte. Was wiederum eine riesen Chance für den Remady Act gewesen wäre, in Deutschland Fuss zu fassen. Aber manchmal haben Hits eine Art Warteschleife. Bei „ma cherie“ aber auch bei „no superstar“ war es so. Arm werden die Beiden trotzdem nicht.

2012/2013 war definitiv das Jahr von Remady und Manu-L, doch diese 2-Jahresphase kennen die Herren Da-Nos, Sir Colin und Christopher S zur genüge. Das ist so die Zeit, wo nach einem „Hype“, die Ernüchterung des Konsumenten und des Partygängers folgt. Übersättigung heisst der Zustand. Es gibt mittlerweile kein Pub Festival oder Provinzparty, wo der Showact nicht bereits zig Mal gebucht geworden ist. Als eingespieltes Team sind sie, mehrheitlich Wochenende für Wochenende, für jeden Clubbesucher in der ganzen Schweiz zugänglich. Antoine hat schon vor dem Erfolg von „St Tropez“ Wert darauf gelegt, dass er sich nach einer gewissen Zeit wieder rarmachte, um gerade dem „repetierenden“ Effekt entgegen zu wirken.

Die Live-Show ist unübertreffbar. Obwohl ich mich manchmal frage was die „3te“ Person auf der Bühne zu suchen hat. Aber das war ja schon zu der Zeit von DJ Antoine so, dass es Trittbrettfahrer gab. Nein die 3te Person kann nicht singen. Ist auch kein Musiker. Im Gewerbe würde man sagen: „Begleitservice“

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