David Guetta Euro 200’000, DJ Antoine Euro 22’000, Newcomer DJ’s CHF 500.–

David Guetta Gage Euro 200‘000.—DJ Antoine Euro 22‘000.—Newcomer CHF 500.–

Wer träumt nicht davon wie David Guetta, Tiesto, Avicii vor tausenden von Partygängern seine Tracks aufzulegen. Die Masse zum Kochen zu bringen. Der Star zu sein. Wer in den 70er, 80er, 90er sich noch Rockstar nennen konnte, der ist heute weg vom Fenster. Ausser natürlich die Geldmaschinerie wie die Rolling Stones, U2 oder auch Depeche Mode. Der heutige Rockstar ist ein DJ.

 Und da geht es um viel Geld. Die Gagen bewegen sich zwischen 50‘000 – 250‘000 Euro. Da klingt unser Schweizer Export wie DJ Antoine mit ca. 24‘000 Euro Auslandsgage ja fast schon wie ein Butterbrot. Noch vor einigen Jahren war Europa der Schmelzpunkt der DJ Metropolen. Ibiza, Mykonos und viele andere Partydestinationen waren der Ursprung von Sommerhits. Hier wurden DJ s gefeiert, die Tracks und Songs auflegten, noch bevor Amerika die elektronische Musik für sich entdeckte. Ganz klar war der DJ „meltpot“ der Musikszene Europa. Amerika ist durch den Erfolg der Black Eyed Peas und deren Mitproduzenten Guetta auf Elektronische Musik aufmerksam geworden. Wo Tiesto und Co früher noch in Nischen-Musikprogrammen und Radiosendern gespielt wurden, ist es heute Maintime. Heute gibt es mittlerweilen keine reinen R & B Künstler mehr, die auf ihre angestammte Black Music setzen. Usher, Will i.am, Chris Brown, Rihanna, BEP klingen heute mehr nach elektronischer Dance Musik als Jahre zuvor.

Die DJ Gagen

Schuld an den ganzen überteuerten Gagen der Superstar, ist Amerika. Das neue Ibiza heisst „LAS VEGAS“.  Tiesto, einer der wohl bekanntesten DJ s der Welt, macht erstmalig keinen Halt mehr auf Ibiza, sondern zieht direkt an die Festivals in Las Vegas. Früher waren es Spektakels wie Varieté, Zaubershow, Zirkus, Rollercoasters von den Skybuildings hinunter. Heute heisst die Geldmaschinerie DeeJay und Festival! Klar doch. Der Antriebsfaktor heisst Gage und Geld. In einer Zeit, wo die Künstler und Artisten durch den illegalen Download immer weniger verdienen, heisst die Geldeinnahme Quelle „DJ Performance“ & Marchandise. Mal schauen, wie viele Top DJ s sich in diesem Jahr nach Europa verirren werden? Ich denke nicht, dass die Organisatoren unserer elektronischen Festivals in der Lage sein werden, diesen Gagen nachzukommen. In Las Vegas sind die DJs die neuen Varieté-Shows, wenn man so will. Das ist nun mehr Jahrmarkt, Spektakel, Zirkus. Da dreht es sich gar nicht mehr um die Musik. Liveauftritte werden für die Künstler außerdem immer wichtiger, weil immer weniger Musik „gekauft wird“. Die Frage drängt sich einfach auf: Wann kommt diese Blase zum Platzen? In der Schweiz sind die DJ Gagen 2012/2013 massiv zusammengebrochen. Da-Nos, Sir Colin, Christopher S aber auch unsere R & B Gilde mussten da wohl einige Anpassungen vornehmen. Und doch sind die Gagen im Leistung /Referenzen Vergleich zu den Top Shoots in Deutschland (D.O.N.S,  Thomas Gold, Bingo Boys, Eddie Thoneick, Tocadisco oder Klaas) immer noch überhöht!!!

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Der Traum DJ zu sein?

Ganz klar, dass der Anreiz grösser denn je ist. In der heutigen Zeit, wo die Musik mit einem Knopfdruck, ohne zu bezahlen, auf den eigenen Server geladen wird.  In einer Zeit wo Prestige, Anerkennung und Ruhm nicht mehr einfach so im Beruf geholt werden kann. Da ist der Wunsch, ein Rockstar zu sein, wohl ganz nahe. DJ zu sein, dass ist was anderes, als jeden Montag ins Büro zu gehen und nach dem Motto zu leben: „living for the weekend“!

Star DJ zu werden – führt wohl oder übel über den Passus „Newcomer DJ“. Und eines vielleicht als Rat vorweg: „lasst es vielleicht besser bleiben“ – weil, wie mir die vielen Schreiben bewiesen haben, wurden da einige Träume sehr schnell wie bei einer Seifenblase, abrupt zerplatzt.

Der Newcomer DJ als die Milchkuh für den Club oder Eventveranstalter?

Irgendwie hat es was. Mittlerweile werden die jungen DJ s nur noch an einen Event gebucht, wenn diese eine Friendlist vorweisen können. Facebook ist voll damit. Spam von Einladungen zu der wohl besten Party gehen zu müssen, haben wir alle jeden Tag im Überfluss in unseren Mailboxen. Auch die Rimini oder Loret del Mar „Carreisen“ funktionieren nach demselben Schema. Die Newcomer dürfen gerne auflegen in einem Top Club, wenn diese Freunde und Kollegen für eine Carfahrt oder eine Buchung am Strand begeistern können. Ich nenne das: „pay to play“. Die Konkurrenz für ein Booking war auch in den Zeiten des „Vinyls“ unter den DJ’s gross. Ach ja, Vinyl sind die „schwarzen Dinger mit dem kleinen Loch, welche man auf den Plattenspieler gelegt hat“. Doch heute, wo es DJ‘s wie Sand am Meer gibt, ist es noch unüberschaubarer geworden. Eigentlich schade. Ich habe einige neue, junge DJ s kennengelernt, die hatten nicht nur das Gespür, sondern auch Leidenschaft für die Musik. Doch das alleine bringt einen nicht weiter. Beziehung oder das trendige Wort „social Merchandise and comunity“ sind heute die Zauberworte. Auf meinen Aufruf bezüglich den Erfahrungen von Newcomer DJ’s, haben sich aber auch einige Clubbesitzer gemeldet und haben mir geschildert, dass es auch viele „Neu“ DJ Anfragen gab, welche schon vorweg eine Gagenvorstellung von CHF 300.– – 500. —auf den Tisch warfen.

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 Hier ein Auszug eines Clubbesitzers:

Wenn wir die ganze Situation aus der Sicht von einem Newcomer DJ versuchen zu sehen, ist es nicht mehr ganz so leicht, sich im Business durchzusetzen. Vielmals muss ein Jung-Dj fast die Gäste mobilisieren, damit er überhaupt zu Bookings kommt. Dabei ist seine Performance auch nicht der zentrale Punkt des Engagement, sondern mehr die Promotion.
Oftmals gibt es fast keinen Weg, eine Chance,  um mit diesen Bookings um auf einen „grünen“ Zweig zu kommen…. traurig wenn dann jemand nicht schnell 500 CHF verdienen will.

Mein Tipp für Jung DJs: „versucht breit zu spielen, solche Allrounder oder Open Format DJs sind gefragt und werden aus meiner Sicht in Zukunft noch mehr Gewichtigkeit erhalten.“. Und last but not least, vergisst ja nie, wer euch „Gross“ gemacht hat, es ist wie in allen anderen Bereichen vom Leben immer ein Geben und ein Nehmen…

Interessant war auch diese Aussage eines DJ s der auch schon einige Jahre an Erfahrungen auf dem Buckel hat.

Den 16-jährigen wird jetzt schon vorgegaukelt, dass man über „Fame und Glam“ verfügen muss, um auf dieser Welt etwas zu erreichen und dass man dann erst etwas wert ist. Wahre Werte wie Treue, Loyalität, Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit im Beruf, der Freundschaft fernab von Clubs, Familie etz verlieren an Bedeutung.

 Fazit:

Es ist und war nie einfach „Ruhm“ zu erlangen. Es ist aber auch für viele erfolgreiche Künstler nach dem Nummer 1 Hit kein einfaches. Vieles wird erwartet. Der Druck ist enorm. Unsere Künstler wie DJ Antoine, Mike Candys oder Remady können ein Lied davon singen. Und auch hier sind viele an dem Druck und den Erwartungen zugrunde gegangen. Europäisches Beispiel : Falco.

Newcomer DJs werden es in Zukunft noch schwerer haben. Solange die Clubs selber nicht wieder „Eigenverantwortung“ in ihre Promotion und auf musikalische Qualität setzen, wird sich nichts ändern. Aber es gehört auch ein eigener Druchsetzungswille für die neue Generation der DJs dazu. Nicht einfach aufzugeben sondern zu kämpfen für einen Traum. Auch wenn es manchmal fast schon auswegslos ist, soll man durchhalten. Das bezieht sich auf s ganze Leben. Ob Beruf oder Leidenschaft für ein Hobbie.

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