Braucht es Dich, DJ Antoine?

Braucht es Dich, DJ Antoine?

Was soll man über diesen DJ eigentlich noch sagen? Ist Antoine überhaupt ein DJ? Oder vielmehr ein gekonnter Marketing Stratege?

Vielleicht drehe ich die Uhr einmal kurz zurück. Ich erinnere mich an unsere erste Begegnung im Ugly House Richterswil. Da stand doch der „gross“ gewachsene DJ vor mir und sagte kurz und bündig im „Basler Dialekt“: Hey, freut mich Whiteside, viel von Dir gehört und gelesen. Freue mich auf den Abend“. Ja was will man da noch sagen. Also freundlich ist Antoine, mit bürgerlichem Namen Konrad, eigentlich immer gewesen. Klar eckt er heute bei vielen mit seinem Lebensstandard und seinem „Mr Champagne“ Image an. Doch mal ehrlich. Der Typ hat sich seinen Erfolg nicht einfach über Nacht erkauft oder mit schnellen Pressereleases erschlichen. Hinter seinem Erfolg liegen Höhen und Tiefen, bis hin zum Erfolgstitel „Welcome to St Tropez“.

Es war der Hit des Sommers 2011: ‚Welcome to St. Tropez‘. Viele Jahre mixte DJ Antoine Musik im heimischen Kämmerlein, zusammen mit seinem Partner Fabio Antoniali (Mad Mark). Bis ihm in jenem Sommer der ganz große Durchbruch gelang – Platz eins in den Charts. St Tropez in allen Ohren. Dreimal hintereinander gewann DJ Antoine nun schon den Swiss Music Award für das „Beste Album Dance National“. Und 2012 wurde der Dirigent und Meister des Euro/Pop House ebenfalls für einen Echo, in der Kategorie „Best Artist Dance“ nominiert.  1,2 Millionen Platten, 29 Goldene und zwei Platin-Auszeichnungen. Any questions?

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Der „Ma Chérie“-DJ lebt ein Leben auf der Überholspur,  jettet durch die Welt. Rolls Royce, Hummer, 11-Zimmer-Villa, Zigarren, Luxusuhren und jede Menge Klunker. Freunde und Produzenten wie Snoop Dog oder Sean Comps welche mit Ihm abhängen. Und also ob das nicht schon genug wäre, schaffte der Musiker (auf das Thema komme ich noch) und DJ, mit dem Album „2013 (Sky is the Limit)“ und der Single „Bella Vita“, einmal mehr eine direkte Nummer 1. Album und Single machten direkt den Sprung an die Spitze der offiziellen Verkaufscharts! Vor ihm hat dies noch kein anderer Schweizer Künstler erreicht.

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Und nicht einfach ein weiteres DJ Mix Album. Nein! Alles Tracks mit dem Brand „Antoine & Mad Mark“. Ich höre bereits wieder die „zig“ Kritiker in meinen Ohren: „Ja der Antoine kann ja nichts! Das macht alles sein Studio Partner Mad Mark!“ Vieles mag stimmen. Aber eines ist klar – das der Erfolg und das Songwriting nur zusammen wirken konnte. Und zwar als ein Team. DJ Antoine versteht es, Trends zu erkennen und zu leben. Oder Trends dann zu kopieren, wenn der 08/15 Konsument diese gar noch nicht erfasst hat.

Ich durfte mit Antoine einige Male für eigene Releases oder Remixes auf Houseworks zusammenarbeiten. Und glaubt mir, dieser Antoine Konrad kann manchmal ein „pain in the ass“ sein, mit seinen zig Korrekturen an Remixen und Tracks. Und doch muss ich zugeben (obwohl ich ein alter Hase im Musikbusiness bin und 20 Jahre Klavier und Gitarre spiele!)  hatte Antoine mit seinen Einwänden immer Recht. Das neue Album enthält einige wirklich geniale Hits. Und wagt es ja nicht, mit mir zu diskutieren! Ansonsten legt Ihr Euch mit meiner Tochter an. Sie findet das Album wirklich genial. Obwohl, wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich ja schon langsam froh, dass Sie nach 5 Wochen Endlosschleife „DJ Antoine“ wieder meine „Whiteside“ oder One Republic eingelegt hat.

Neid und Eifersucht sind ja bei uns in der Schweiz an der Tagesordnung. Das Antoine polarisiert, das ist nicht abzuweisen. Wir sind ein Land wo die Neidkultur gross geschrieben wird. Wir sind zwar stolz auf Roger Federer oder ein paar ausrangierte TV oder Sportmoderatoren. Sogar ein alt Bundesrat wie Adolf Ogi kommt noch gut weg. Aber DJ Antoine oder DJ Bobo? Nein! Das tun sich viele Schweizer gar nicht an. Vor allem wenn man Szenenkonform bleiben will. Was soll’s! Ich mag Euch beide.

Ich habe Antoine zigmal bei einem Lunch Meeting in Sissach getroffen. Wenn wir dann zusammen in einer „Bauernknelle“ im Dorf essen gegangen sind, war er sich nicht zu schade den älteren Herren am Stammtisch „hallo“ zu sagen und mit Ihnen auch „Smalltalk“ abzuhalten. Ich denke seine Art, grosskotzig sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, ist eine Art von Image, dass ich sogar an ihm liebe. Und wenn sich TV Moderatoren wieder über seine Farbzusammenstellung eines Anzuges herablassend äussern, dann lächle ich, und denke mir: „Clever gemacht Antoine – Ziel erreicht“.

Letzthin habe ich seinen Tour Rider gelesen. Mit welchem Auto er abgeholt werden will/muss. Welcher Champagner flaschenweise bereitgestellt werden muss. Und wir reden hier nicht von einem billigen Fusel. Und da sind einige Punkte, die erinnerten mich an den kürzlich veröffentlichen Tour Rider von Lady GAGA. Doch warum jetzt nicht ernten, was man über 15 Jahre lang gesät hat!

DJ Antoine ist definitiv zu einer der umstrittensten Figuren der Schweizer Szene geworden. Und darum liebe ich Dich. Für mich darfst Du protzen. Und ich freue mich immer wieder auf Deine Produktionen. Die einen mag ich. Die anderen nicht. Aber es sind immer wieder Perlen dabei!

Mein Fazit. Ja die Schweiz braucht solche DJ’s wie Dich. Du öffnest vielen von uns die Türen und die Aufmerksamkeit für das Ausland.

My respect and thx

Rowland

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