Baschi. Schön das Du wieder da bist.

Ich mag sie alle. Den Baschi, den Adrian Stern, aber auch den Bligg. Vielleicht auch darum, weil ich denke, dass zwar Berndeutsch einer unserer schönsten Dialekte ist, aber die zürcher wie auch die aargauer Dialekte sich ihren Platz verdienten haben, in der Welt der Mundartsongs. Solange Anita Burri das Singen lässt, ist für mich die Welt in Ordnung. Wir wurden ja zum Glück von ihrer Absicht, als TV Moderatorin zu arbeiten, verschont.

Erstaunt war ich, dass es solange dauerte bis Baschi wieder ins Licht der Musik getreten ist. Gerade jetzt wo Bligg eine Schaffenspause eingelegt hat, wo Göla (für mein Geschmack) 2 schlechte Album abgeliefert hat, wo der Badener “Stern“ sich eine Auszeit gönnt. Vielleicht war es aber für ihn wichtiger, zuerst seine private Situation zu lösen. Und auch das schätze ich an Baschi. Er liess die Medien links liegen: Sein Leben, seine Liebe, sein Umfeld. Er braucht keine Mediengeilheit wie man sie des öfteren in unserer DJ Landschaft findet. Wo man sich für jeden „Bullshit“ im Blick etz präsentieren muss. Das nenne ich „to be a STAR“.

Quote: Baschi braucht immer noch keinen Stylisten, um seine Musik zu verkaufen, keine einfachen Sprüche, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Unquote

baschis

Vielleicht war die Ruhe, welche um den gelterkinder Mundart-Sänger Baschi eingekehrt war, ein Aufarbeiten des Fehltrittes Deutschland. Lag es daran, dass man sich von dem Fehlentscheid, ein Album in „deutscher Sprache“  zu veröffentlichen, zuerst erholen musste?  Das Album „Auf grosser Fahrt“ war aus meiner Sicht eine weitere Entwicklung und wahrlich, es enthielt einige Top Hits. Einfach in der falschen Sprache! Und ich stehe nicht alleine da, um zu sagen: „Baschi, da hast Du einige Fans vergrault!“. Dieses Album in unserer / Deiner Sprache wäre eine weitere Anerkennung an Dich und Dein Schaffen auf dem CH Markt gewesen.

Warum überhaupt auf den deutschen Markt? In der Schweiz war Baschi ein Star. Da war seine „Homebase“.  Das Outfit in guter James Dean Manier stimmte, die Musik hatte es in sich, seine Persönlichkeit war da, die Songtexte waren bedacht und gut ausgewählt. Aber eben, um ins Bravo zukommen (und daran führt kein Weg vorbei),  bedarf es ein wenig mehr, als nur ein gutes Aussehen. Bieber’s gibt es genug in unserem Nachbarland. Erstaunlich war auch, dass dies überhaupt von seinem Label zugelassen wurde. Zumal dann das Album „Auf grosser Fahrt“ nicht mal in Deutschland erschienen ist.

Vieles ist geschehen! Jedoch kann man nicht sagen, dass Baschi auf der faulen Haut gelegen ist. Klar war es, meiner Meinung nach, ein Fehler, dass er sich von einem seiner Co-Songschreiber „god of swiss songwriting“  Camenzind getrennt hat. Die gute Verbindung und Ergänzung, die Produktionen mit ihm hatten mir immer gefallen. Roman hat Baschi auf dessen Reise bis anhin auf 3 tollen Alben begleitet. Vielleicht wollte und musste Baschi einfach auch aus dem Schatten von Roman Camenzind heraustreten. Vielen war es gar nicht bewusst, dass Baschi in all den Jahren ein eigenständiger guter Songwriter war. Nachdem Roman Camenzind kurzfristig die Geschäftsführung im 2009 bei der Phonag übernahm, war es abzusehen, dass sich die Wege trennen werden. Universal Schweiz würde sicher nicht eines seiner besten Zugpferde an die Konkurrenz abtreten.

Neuer Aufbruch, neues Ufer?

Die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Philipp Merk, sowie die Erfüllung seines Traumes (ein eigenes Tonstudio) liessen den Musiker neue Wege gehen. Selbständige Pfade. Pompöse Songs mit Provokationen. Seine Liedtexte wurden bis zur letzten Zeile von ihm selbst geschrieben. Jeder Song erzählt eine Geschichte. Seine Geschichte. Noch immer haftet dem Sänger mit der rauen Stimme lausbubenhafter Charme an. Der Music Star Liebling muss sich für mich heute nicht mehr beweisen.  Zulange versuchte man ihn in die typische „Casting“ Ecke zu drücken. Vier Mundartalben mit Platin Status. Der grösste Mundart-Chart Hit aller Zeiten. Kein anderer Mundartkünstler hatte mehr Top3 Chart Hits. Das sollte auch den letzten Neider berufen, Respekt zu zeigen. Auf dem Album „Endstation Glück“ erwarten uns wirklich starke, poetische Texte und überragende Melodien. Als Songschreiber, ob es nun Musik oder Text ist,  ist es nicht einfach, eingängigen Melodien oder Texte zu verfassen oder zu produzieren. Baschi hat beides geschafft. Nicht bei allen Songs, vielleicht hätte gerade dort ein Hit aus der ehemaligen „Camenzind“  Schmide gut getan. Und doch bewegen mich Songs wie Miss Monroe, Heb mi, Hart a de Gränze!

baschit

Fazit zum Album :

Noch immer haftet dem Sänger der Ruf als Mitläufer in der Schweizer Musikszene an. Nein, für mich ist Sebastian Bürgin, wie Baschi mit richtigem Namen heisst, eine Steigerung. Er bleibt seiner Linie treu, er ist und bleibt ein wenig Kind. Und das ist auch gut so. Auch die Verletzlichkeit, die Erfahrung von Glück und Schmerz in der Liebe haben Baschi noch mehr Tiefe gegeben in den Texten. Zusammen mit seinem musikalischen Partner „Philipp Merk“ hat er ein Top Album geschaffen. Wer ihn nicht mag, für den hat es doch genug Alternativen. Ich mag den Baschi. Und darfst Dich gerne für einen House Remix bei mir melden.

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